Der Kunstunterricht an der Realschule Haren hat sich in Anlehnung an die Curricularen Vorgaben das Ziel gesetzt, auf dem Wege der Vermittlung von fachspezifischen Grundlagen ein vertieftes Verständnis für ästhetische Prozesse zu wecken.
Die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für fachorientierte Problemlösungen nötig sind, werden altersentsprechend und aufeinander aufbauend vermittelt.
In den Klassen 5 und 6 soll ein Orientierungswissen hinsichtlich der Farben, Formen, einfacher Gestaltungsmöglichkeiten und der sachgemäßen Präsentation erworben werden. Der Farbkreis nach Itten ist Thema der Klasse 7, in der auch Farbwerte, Nuancierungen, Kontrastierungen usw. behandelt werden. In der achten Klasse wird die Epoche des Impressionismus und verschiedene Drucktechniken behandelt. Schwerpunktthema der neunten Klasse ist die Handzeichnung und dabei die perspektivische Darstellung mit Fluchtpunkten. Neben der Linearperspektive werden auch die Maßstabsperspektive, die Umrissperspektive, die Oberflächenperspektive und die Luftperspektive angewendet. Ein Thema der Klasse 10 ist Design. Die Schüler erhalten einen Überblick über Aufgaben und Bedeutung von Produktdesign und Werbung und gestalten Plakate, Verpackungen und Konsumgüter.
Bereits ab Klasse 5 wird es den Schülern ermöglicht, Werke vergangener und aktueller berühmter Maler/Künstler sowie verschiedene Kunstrichtungen kennen zu lernen und sich mit ihnen produktiv auseinander zu setzen. Delacroix, Dürer und van Gogh als Vertreter vergangener Kunstepochen stehen genauso auf dem Lehrplan wie Arnulf Rainer, Goldsworthy und David Hockney.
In den Klassen 9 und 10 wird ein Wahlpflichtkurs angeboten. Für den WPK 9 ist als ein Schwerpunktthema Figuren im Raum und damit zusammenhängend das dreidimensionale Arbeiten vorgesehen. Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Unterscheidung der Begriffe Plastik, Skulptur und Montage gelegt. Paul Klees „Puppen“, Niki de Saint Phalles „Nanas“ und die Figuren von Alberto Giacometti sollen zu eigenen figürlichen Arbeiten anregen.
Der zweite Themenbereich befasst sich mit Lebensmitteln in der Kunst. Provokative Arbeiten von Joseph Beuys, überdimensional große Nahrungsmittel von Claes Oldenburg oder „gedeckte Tische“ von Daniel Spoerri werden betrachtet, analysiert und nachgestellt. Ein Highlight bilden in dem Zusammenhang die Foodscapes von Carl Warner. Im Unterricht wird versucht, auf einem Quadratmeter Landschaften aus Nahrungsmitteln, Blättern und Sträuchern zu gestalten.
Der WPK 10 setzt sich zu Beginn des Schuljahres mit der Kunstepoche Expressionismus auseinander. Die theoretische Aufbereitung wird durch Mal- und Zeichenübungen aufgelockert. Um den Aufbau und die Wirkung von Bildern zu verstehen wird deren Komposition unter die Lupe genommen. Hilfreich dafür ist das Anfertigen einer Kompositionsskizze in die wesentliche Bildelemente und schließlich farbige Richtungslinien hineingezeichnet werden. Im zweiten Halbjahr wird das Thema Fotografie behandelt. Im Fordergrund steht das eigene fotografieren von Gegenständen, Personen und Situationen zu vorgegebenen Themen.
Grundlage jeden Kunstunterrichts sind Bilder. Das bedeutet nicht, dass immer gemalte Bilder von Künstlern gezeigt und behandelt werden. Musik, Geschichten, Gedichte, Gegenstände oder Filme können ebenfalls Bilder in den Köpfen der Schüler entstehen lassen und sie zu eigenen kreativen Arbeiten anregen.
In den Jahrgängen 8-10, aber vor allem in den Wahlpflichtkursen werden Arbeiten geschrieben und bilden einen Teil der Note. Die mündliche Mitarbeit, Einzel- und Gruppenarbeiten gehören ebenfalls zur Bewertungsgrundlage. Bei den praktischen Arbeiten wird nicht nur das Endprodukt sondern auch die Auseinandersetzung mit dem Arbeitsauftrag, die Problemlösekompetenz, die Qualität und die Idee bewertet. Nicht jede Arbeit im Kunstunterricht muss auch benotet werden, sondern kann auch als Übung (Zeichenübung) gelten. |