| Projekt: Nein heißt nein | |||||||||||||||||||
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Projekttage Klasse 7 „Nein heißt Nein!“
(Präventionsprojekt gegen sexuelle Übergriffe) Klasse 7a Frau Düllmann
Klasse 7b
Frau Rüther
Klasse 7c Herr Wohlgezogen
Nein heißt Nein“ – Präventionsprojekt für Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen
Beleidigungen, Drohungen, Rempeleien, Prügeleien – das sind Formen der Gewalt, mit denen sich Schule mehr oder weniger häufig beschäftigt. Im Klassenraum, auf dem Schulhof, auf den Fluren werden wir direkt mit ihnen konfrontiert oder erfahren von Auseinandersetzungen auf dem Schulweg, die unsere Schüler/innen belasten. Wir Lehrer sind sozusagen zweifach an der Vermeidung von Gewalt interessiert, zum einen möchten wir unsere Schüler zu einem friedlichen Miteinander erziehen, zum anderen belasten Konflikte unseren Unterricht und hindern uns in der Vermittlung des Unterrichtsstoffes und damit natürlich auch die Schüler/innen am Lernen. Wozu also noch ein eigenes Projekt, das sich mit dem Phänomen „sexueller Missbrauch“ auseinandersetzt, wo wir doch mit anderen Problemen genug zu tun haben?
In den Fächern Politik, Religion und auch im Deutschunterricht thematisieren wir Gewalt im Allgemeinen, ihre Ursachen, Formen und Auswirkungen. Sexueller Missbrauch als eine Form der Gewalt kommt dabei eher am Rande vor und setzt auf jeden Fall ein hohes Maß an Sensibilität sowohl im Umgang der Schüler/innen miteinander als auch in der Lehrer-Schüler/innen-Beziehung voraus.
Während die Thematisierung von Gewalt im Allgemeinen vor allem auf die Erziehung zur friedlichen Konfliktbewältigung abzielt, Prävention also im Sinne einer Vermeidung von Täterschaft betrieben wird, soll das Projekt „Nein heißt Nein“ darauf hinwirken, den Schülern/Schülerinnen die Opferrolle zu ersparen. Sexueller Missbrauch wird in erster Linie nicht wie häufig angenommen aus „heiterem Himmel“ vom bösen Unbekannten praktiziert, sondern ist ein Missbrauch von Vertrauen, das sich ein Bekannter oder Verwandter in seiner Beziehung zum späteren Opfer aufgebaut hat. Das Maß an gesundem Misstrauen und an Widerstand, das einem potentiellen Täter entgegengesetzt wird, entscheidet mit darüber, ob er seine Pläne umsetzt. Dieser Umstand darf jedoch umgekehrt keinesfalls dazu verleiten, dem Opfer eine „Mit-Schuld“ zuzuweisen.
Ein sicheres, selbstbewusstes Auftreten, das Bewusstsein für den eigenen Körper, das Recht auf Nein-Sagen – auch oder gerade gegenüber Erwachsenen - sind Faktoren, die einem evtl. Missbrauch hinderlich sind. Hier liegen die Chancen für Schule als Ort der Aufklärung, der Prävention, aber auch der Vermittlung von Hilfsangeboten bei vorhandenen Problemen.
Schule, insbesondere der Klassenverband, erscheint Schülern/Schülerinnen als relativ geschützter Raum, in dem sie sich in erster Linie unter Gleichaltrigen bewegen. In vielen verschiedenen unterrichtlichen und auch außerunterrichtlichen Situationen ergeben sich Gelegenheiten für Gespräche, für einen Erfahrungsaustausch, zur Stellungnahme. Ohne emotional so stark eingebunden zu sein wie etwas im Elternhaus, können Schüler/innen in der Schule mit Mitschülern oder auch mit Lehrern offen oder indirekt ihre Erfahrungen, Probleme ansprechen und auch um Hilfe bitten.
Das Projekt „Nein heißt Nein“ soll die Schüler/innen zunächst sensibilisieren für ihre eigenen Gefühle, sie mit der Frage konfrontieren „Wann geht es mir gut?“ bzw. „Wann geht es mir schlecht?“. Diese Sensibilisierung muss einhergehen mit dem Bewusstsein, Situationen (zumindest zu einem gewissen Grad) bestimmen zu können, mit dem Gefühl der Stärke und dem Wissen, im Recht zu sein, wenn es um den eigenen Körper, die eigene Sexualität geht.
Uns ist bewusst, dass ein Projekt niemals eingeschüchterte Kinder/Jugendliche in selbstsicher auftretende Persönlichkeiten verwandeln kann. Gleichzeitig sehen wir aber die Chance, Gefahren aufzuzeigen, angemessenes Verhalten in konkreten Situationen zu üben, Hilfsangebote vorzustellen und somit einen Beitrag zur Gewaltprävention im weitesten Sinne zu leisten.
Maria Feldker
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